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Luzides Träumen

Luzides Träumen lernen – wissenschaftliche Techniken und Tipps [2022]

Julian

Letztes Update am: 16.05.2022 8 min.

Die eigenen Träume nach Belieben selbst gestalten? 🎇

Schön wär’s…

Doch was nach Science-Fiction-Epos klingt, ist in Form von luziden Träumen tatsächlich möglich – das haben einige wissenschaftliche Studien bereits bewiesen.

Aber wie funktioniert luzides Träumen? Was bewirkt es? Und sind solche Klarträume womöglich sogar gefährlich?

In unserem Ratgeber erfährst Du alles, was du rund um dieses faszinierende Phänomen wissen musst! 👇

Luzides Träumen lernen

Was genau ist luzides Träumen?

Der Begriff leitet sich von Luzidität ab – dem lateinischen Wort für „Klarheit”:

Ein luzider Traum ist also ein „klarer Traum”, weshalb er alternativ auch häufig als Klartraum bezeichnet wird.

Gemeint ist dabei im medizinischen Sinne die Bewusstseinsklarheit, also der Zustand, bei klarem Bewusstsein zu sein.

Aber Moment… träumen und gleichzeitig bei klarem Bewusstsein sein? Ist das nicht ein Widerspruch?

Nicht unbedingt!

Denn genau hier liegt der Unterschied zwischen einem luziden und einem normalen, also nicht-luziden Traum.

Normalerweise sind wir unseren Traumrealitäten praktisch bedingungslos ausgeliefert und können uns im Anschluss bestenfalls noch an ein paar kuriose Details erinnern. 🤡

In luziden Träumen dagegen ist sich die träumende Person darüber bewusst, dass sie sich gerade in einem Traum befindet – und kann außerdem aktiv in das Traumgeschehen eingreifen.

Wenn Letzteres nicht möglich ist – der träumende Mensch sich also im Klaren über den Traumzustand ist, aber keinerlei Trauminhalte selbst steuern kann – spricht man von einem präluziden Traum.

Worin unterscheidet sich ein Klartraum von einem normalen Traum?

Der Schlafzyklus unterteilt in seine 4 Phasen: Einschlafphase, Leichter Schlaf, Tiefer Schlaf, REM-Schlaf Description: Der menschliche Schlafzyklus ist in vier Schlafphasen unterteilt und dauert im Normalfall rund 90 Minuten.
Foto: © Sleep Hero

Um die Besonderheiten von Klarträumen zu erkennen, muss man zunächst einmal verstehen, wann und warum Menschen überhaupt träumen.

Die meisten unserer Träume finden im REM-Schlaf statt – der vierten und letzten Phase in unserem Schlafzyklus.

Hinter der Abkürzung REM steckt der englische Begriff rapid eye movement, was ins Deutsche übersetzt so viel wie “schnelle Augenbewegung” bedeutet.

In dieser Schlafphase bewegen sich die Augen unter den Augenlidern nämlich hektisch hin und her. 👀

Hierbei unterscheidet sich der REM-Schlaf eindeutig von den vorherigen drei Schlafphasen eines rund 90-minütigen Schlafzyklus – der Einschlafphase, der Leichtschlafphase und der Tiefschlafphase.

Der Schlafzyklus unterteilt in seine 4 Phasen: Einschlafphase, Leichter Schlaf, Tiefer Schlaf, REM-Schlaf Description: Der menschliche Schlafzyklus ist in vier Schlafphasen unterteilt und dauert im Normalfall rund 90 Minuten
Foto: © Sleep Hero

In der REM-Phase schlafen wir wieder leichter als im Tiefschlaf, doch die Körpermuskulatur ist in diesem Abschnitt völlig regungslos und praktisch wie gelähmt.

Das ist eine körpereigene Schutzfunktion, die Dich davor bewahrt, die Bewegungen in deiner Traumwelt auch in der Realität auszuführen und Dich so womöglich in Gefahr zu bringen.⚡

Nach dem REM-Schlaf wachen die meisten Menschen für ein paar Sekunden auf, bevor sie sanft den nächsten Schlafzyklus einleiten.

Im Verlauf der Nacht werden dabei mit jedem weiteren Schlafzyklus die Tiefschlafphasen kürzer und die REM-Phasen länger.

In den letzten Zyklen bekommen wir deshalb mehr und mehr REM-Schlaf – und träumen in dieser Phase der Nacht deshalb auch am meisten. 😴

Ob wir auf einem Piratenschiff durch den Ozean segeln oder auf einem Einhorn durch die Lüfte reiten…🦄

Unsere Träume ergeben häufig keinen offensichtlichen Sinn.

Zwar bleibt unser Gehirn auch während des Schlafens aktiv, doch sind unsere Gedanken üblicherweise weitaus weniger von Logik gesteuert als im Wachzustand.

Über Ursache und Nutzen von Träumen ist sich die Schlafforschung auch heute noch nicht umfänglich im Klaren.

Grundsätzlich gelten Träume aber als bezogen auf unser eigenes Leben, auf persönliche Gespräche, Probleme und Aktivitäten. 🤷‍♀️

Und gerade weil unser im Wachsein logisches Denken während des Schlafs normalerweise außer Kraft gesetzt ist, bietet das Träumen einen besonders kreativen Raum, um persönliche Erlebnisse zu verarbeiten.

Luzide Träume bzw. Klarträume unterscheiden sich von gewöhnlichen REM-Träumen darin, dass wir in ihnen trotzdem von unserem logischen und kritischen Denken Gebrauch machen können.

So können wir uns darüber bewusst werden, dass wir uns gerade in einem Traum befinden – und mit diesem Wissen aktiv auf den weiteren Verlauf des Traums einwirken.

Luzide Träume: Die wichtigsten Eigenschaften

Der einflussreiche Psychologe und Traumforscher Paul Tholey definierte luzide Träume so:

„Klarträume sind solche Träume, in denen man völlige Klarheit darüber besitzt, dass man träumt, und nach eigenem Entschluss handeln kann.”

In einer Studie aus dem Jahr 1985 zu den Unterschieden zwischen normalen und luziden Träumen verfasste der Wissenschaftler dazu eine Reihe von „Klarheits-Kriterien” luzider Träume, mithilfe derer man einen luziden Traum eindeutiger eingrenzen kann.

Grob zusammengefasst liegt die Besonderheit eines luziden Traums darin: 👇

  1. Man ist sich darüber im Klaren, dass man träumt
  2. Man erkennt die eigenen Gedanken und Gefühle
  3. Man kann so den weiteren Traumverlauf steuern und die vorkommenden Personen und Handlungen aktiv verändern.

Wie funktioniert luzides Träumen? Das sagt die Wissenschaft

Erste Erwähnungen zu luziden Träumen werden bereits aus der Antike übermittelt – unter anderem vom einflussreichen griechischen Philosophen Aristoteles.

Tiefgründiger erforscht wird das Phänomen von der Psychologie und Traumforschung aber erst seit den Siebziger- und Achtzigerjahren. 👩‍🔬

Und tatsächlich: Wissenschaftler konnten die Existenz luzider Träume schon in verschiedenen schlafmedizinischen Studien belegen.

Als besonders wegweisend in der Forschung zu Klarträumen gelten die Erkenntnisse des führenden Psychologen Stephen LaBerge.

Dieser konnte in einer Studie im Jahr 1980 zum ersten Mal vorab vereinbarte und im Schlaf bewusst durchgeführte Augenbewegungen seiner Probanden nachweisen. 👁

In einer anderen Untersuchung ist es Wissenschaftlern sogar gelungen, direkt mit den träumenden Probanden im Schlaflabor zu kommunizieren und diese einfache mathematische Rechenrätsel lösen zu lassen.

Schlafmediziner forscht zum Thema Schlaf
Luzide Träume konnten schon in mehreren schlafmedizinischen Studien wissenschaftlich belegt werden. Foto: © Sleep Hero

Weitere beeindruckende Erkenntnisse gelangen einer Forschergruppe in einer eigens durchgeführten schlafmedizinischen Studie im Jahr 2009:

Sie konnten belegen, dass die Gehirnregion, die für die kritische Einordnung von Ereignissen zuständig ist und im REM-Schlaf üblicherweise weitestgehend pausiert, während luzider Träume eindeutig aktiver ist. 🧠

Wie häufig sind luzide Träume und wer kann sie erleben?

Im Großen und Ganzen machen Klarträume nur einen Bruchteil aller Träume aus:

Laut dem Schlafforscher Michael Schredl von der Universität Heidelberg sind nur rund 0,5% unserer Träume luzide – also gerade mal einer von 200 Träumen.

Trotzdem hat grundsätzlich jeder Mensch die Möglichkeit, luzide Träume zu erleben.

Größere Chancen haben laut Forschern des Max-Planck-Instituts aber Menschen mit einem ausgeprägteren frontpolaren Areal im Stirnhirn, das für metakognitives Denken zuständig ist.

Damit ist die Fähigkeit gemeint, bewusst über eigene Denkmuster zu reflektieren und persönliche Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. 💡

Menschen, die im Alltag also gut kritisch reflektieren können, haben auch im Schlaf vermehrt die Fähigkeit, Kontrolle über ihre Traumszenarien zu übernehmen.

Laut Studienergebnissen haben 55% der Menschen, also mehr als jeder zweite, schon einmal einen Klartraum erlebt.

Gerade einmal 23% dagegen gaben in der Befragung an, regelmäßiger – mindestens einmal im Monat – luzide zu träumen.

Das passiert bei einem luziden Traum in Körper und Gehirn

Forscher haben herausgefunden, dass der präfrontale Kortex des Gehirns während Klarträumen wesentlich aktiver ist als während eines gewöhnlichen REM-Traums.

Also genau das Gehirnareal, das für kritische Selbstreflektion und die Einschätzung und Bewertung unserer Gedanken und Gefühle gebraucht wird.

Und auch der sensomotorische Kortex des Gehirns, der Bewegungen steuert und die motorischen Fähigkeiten des Menschen kontrolliert, ist während luzider Träume aktiv.

Erkenntnisse der Forschung deuten also darauf, dass man durch die mentale Vorstellung körperlicher Bewegungen auch die tatsächlichen Fähigkeiten steigern kann, diese Bewegungen auszuüben.

Was bewirken luzide Träume? Die Vorteile und Potenziale

Die Möglichkeit, sich einer Traumrealität bewusst zu machen und aktiv Einfluss auf das Traumgeschehen zu nehmen, kann in verschiedenen Lebensbereichen eine nützliche Anwendung finden.

In diesem Abschnitt schaffen wir deshalb einen kleinen Überblick über die wichtigsten Vorteile und Chancen, die sich durch das luzide Träumen ergeben.

Psychotherapie: Alpträume und Angstzustände bekämpfen

Leider geht es in unseren Träumen nicht immer um wunderschöne, mehr oder weniger fantasievolle Erlebnisse.

Ab und an hat jeder Mensch auch mit Albträumen zu kämpfen, die von negativen Emotionen wie Panik oder Angst gezeichnet sind. 😱

Gerade unter Menschen, die unter viel Stress leiden oder gar unter chronischen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, sind auch wiederkehrende Albträume ein häufiges Problem.

Hier bestimmen also traumatische und unverarbeitete Erlebnisse regelmäßig das Traumgeschehen und plagen Betroffene so genau dann, wenn sie eigentlich Erholung finden sollten – im Schlaf. ☹️

Mithilfe luzider Träume ist man dem verstörenden Traumgeschehen nicht mehr hilflos ausgeliefert.

Wer sich seines Traumes bewusst wird, kann erkennen, dass die angsteinflößenden Szenarien keine Realität sind und kann aktiv nach den Auslösern der Ängste suchen.

Und darüber hinaus hat ein luzide Träumender sogar die Chance, den Verlauf des Traumgeschehens in eine positive Richtung zu lenken.

Schlafforscher gehen davon aus, dass man damit – zum Beispiel begleitend zu einer Psychotherapie – selbst zur Lösung verdrängter und unterbewusster Konflikte und Erlebnisse beitragen und innere Angstzustände bekämpfen kann.

Sport: trainieren und motorische Fähigkeiten verbessern

Nachts entspannt im Bett von hartem Muskeltraining im Fitnessstudio träumen und in kürzester Zeit mit einem durchtrainierten Körper aufwachen?

Das wäre ja wirklich ein Traum… Doch ganz so einfach ist es natürlich nicht!

Trotzdem haben führende Traumforscher und Sportwissenschaftler wie Paul Tholey tatsächlich belegt, dass es möglich ist, auch wirklich komplexe Bewegungsabläufe anspruchsvoller Sportarten im Traum zu trainieren.

So können motorische Fähigkeiten also im Schlaf auch für den Wachzustand optimiert werden.

Und laut Erhebungen des deutschen Sportwissenschaftlers Daniel Erlacher nutzt fast jeder Zehnte jener befragten deutschen Athleten, die mindestens einmal im Monat einen luziden Traum erleben, diesen Traumstrand aktiv zum Training ihrer Fähigkeiten.

In weiteren Studien konnten Forscher sogar belegen, dass es durch die regelmäßige Vorstellung von Muskelkontraktionen möglich ist, sogar die tatsächliche Muskelkraft zu erhöhen. 💪

Kreativität: Fantasie anregen

Klarträume können außerdem dabei helfen, kreatives Denken zu entwickeln und so die Fantasie anzuregen.

Unser rationales und logisches Denken macht vielen kreativen Ideen im Wachzustand nämlich direkt den Garaus.

Im Traumstadium aber sind unserer Fantasie kaum Grenzen gesetzt und wir können ohne Probleme fliegen oder tiefgründig mit einem Delfin debattieren.

In luziden Träumen Kontrolle über das Traumgeschehen zu gewinnen, gibt uns also auch die Chance, ungestört kreative Szenarien zu spinnen.

Luzides Träumen lernen: Methoden, Techniken, Tipps und Tricks

Die führenden Forscher zu luziden Träumen – wie Paul Tholey oder Stephen LaBerge – sind sich einig: Das luzide Träumen kann tatsächlich erlernt werden.

Natürlich gibt es kein ganz einfaches Grundrezept, mit dem man luzides Träumen schnell lernen und im Handumdrehen einen Klartraum erleben kann.

Doch der aktuelle Forschungsstand bringt schon eine ganze Reihe verschiedener Methoden und Techniken mit sich, mit denen man sich relativ effektiv auf das Einleiten luzider Träume vorbereiten kann.

Im Großen und Ganzen unterscheidet man zwischen dem Einleiten von Klarträumen mithilfe von konkreten Bewusstseinstechniken und mithilfe von Substanzen und externen Stimuli.

Da letztere noch nicht grundlegend erforscht sind, empfehlen wir es Dir eher, Dich mit den einfachen Techniken zum Einleiten von luziden Träumen mithilfe Deines eigenen Bewusstseins auseinanderzusetzen.

Um Dir dabei etwas unter die Arme zu greifen, präsentieren wir Dir jetzt die wichtigsten Tipps und Tricks rund um das Lernen von luzidem Träumen.

Wie kann ich luzide Träumen? Eine Anleitung für bewusstseinsgesteuerte Klarträume

Es sind bereits verschiedene Methoden bekannt, die einen in die Lage versetzen sollen, einen Klartraum bewusst einzuleiten.

Diese können grob in drei Ansätze unterteilt werden, die wir Dir jetzt im Detail vorstellen:

Dream-initiated lucid dreaming (DILD)

Der sogenannte DILD-Ansatz wird auch als Klarheit-gewinnende Technik verstanden.

Hierbei wird träumenden Menschen während des Schlafs – quasi spontan – bewusst, dass sie gerade träumen.

Dabei kann man aber schon im Vorfeld üben, auch im Traumzustand eine kritische Haltung gegenüber dem eigenen Bewusstseinszustand einzunehmen, und sich so auf das luzide Träumen vorbereiten.

Die MILD-Methode von Stephen LaBerge

Diese Methode eines der führenden Forscher zu luziden Träumen gilt als eine der beliebtesten und effektivsten Techniken, um tatsächlich bewusst einen Klartraum einzuleiten.

MILD ist die englische Abkürzung für mnemonic induction of lucid dreams – im Deutschen also die mnemonische Induktion von luziden Träumen.

Wir erklären Dir Schritt für Schritt, wie sie funktioniert:

  1. Bevor Du Dich schlafen legst, nimmst Du Dir gedanklich fest vor, nach Traumphasen aufzuwachen und Dich an so viele Details Deiner Trauminhalte wie möglich zu erinnern.
  2. Nach dem Aufwachen versuchst Du dann tatsächlich, Dich komplett auf das Geträumte zu konzentrieren und Dir so viele Infos wie möglich in Erinnerung zu rufen – am besten in chronologischer Reihenfolge.
  3. Im Anschluss nimmst Du Dir vor, jetzt einen luziden Traum führen zu wollen – Dir also im Schlaf über Deinen Traumzustand bewusst zu werden.
  4. Dann versuchst Du, Dich wieder immersiv mit den Gegebenheiten Deines Traums zu befassen und dabei bewusst wahrzunehmen, ob Du Dich gerade schon in einem Traum befindest.

Gerade bei den ersten Versuchen kann es schwierig sein, in diesem Stadium den Weg zurück in den Traum zu finden.

Doch wenn Du fortlaufend Deine Konzentration auf die Trauminhalte und Deine Intention richtest, einen Klartraum zu erleben, erhöhst Du die Chance, tatsächlich einen luziden Traum einzuleiten.

Die WBTB-Methode (wake back to bed)

Die WBTB-Methode heißt im Deutschen so viel wie „aufwachen und wieder einschlafen”:

Vor allem in Kombination mit der MILD-Methode soll sie die besten Chancen mit sich bringen, einen luziden Traum zu initiieren.

Die Grundidee:

  1. Stelle Dir Deinen morgendlichen Wecker früher als sonst, am besten nach drei REM-Phasen bzw. vollständigen Schlafzyklen – also nach rund 4.5 Stunden Nachtschlaf.
  2. Klingelt der Wecker, bleibst du rund 15 bis 30 Minuten wach, bevor Du Dich wieder schlafen legst.

Die WBTB-Methode soll so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, in Deiner nächsten REM-Phase einen luziden Traum zu erleben.

Während Deiner kurzen Wachphase solltest Du Dich dabei aber wirklich wach halten und zum Beispiel aufstehen und Dich etwas bewegen oder Dich anderweitig leicht mental beschäftigen.

In der Anfangsphase kann es aber gut sein, dass es mit dem direkten Wiedereinschlafen nach dem kurzen Wachsein nicht so leicht klappt.

Wichtig ist, Dich dabei nicht unter Druck zu setzen, denn jede Art von Stress ist beim Einschlafen wirklich kontraproduktiv.

Wenn es Dir nicht leicht fällt, schnell wieder ins Land der Träume zurückzukehren, könntest Du auf passende Einschlafhilfen zurückgreifen.

Um jegliche Hintergrundgeräusche auszublenden, empfiehlt es sich zum Beispiel, auf Ohrstöpsel wie die guten alten Ohropax zurückzugreifen.

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Um Dich beim Wiedereinschlafen nicht von Lichtquellen gestört zu fühlen, kann Dir eine Schlafmaske helfen.

Am besten wirfst Du einmal einen Blick auf unseren Schlafmasken-Test, um eine Übersicht unserer Top-Empfehlungen zu erhalten.

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Traumtagebuch

Ein Traumtagebuch kann ein sehr nützliches Hilfsmittel sein, um mittels der MILD- und WBTB-Methode einen Klartraum zu initiieren.

Lege Dir einfach einen Notizblock und einen Stift bereit, um Dich nach dem Aufwachen direkt mit den Informationen aus Deinem Traum beschäftigen zu können.

Die notierten Inhalte machen es Dir leichter, Dich auf fokussierte Art und Weise mit Deinem Traum auseinanderzusetzen.

Übrigens:

Alternativ findest Du in Online-Shops wie Amazon auch tolle Traumtagebücher, die es Dir ganz besonders einfach machen, Deine Träume festzuhalten. Gleichzeitig unterstützen sie Dich mit geballtem Fachwissen auch bei der Traumdeutung.

Ganz besonders gut gefällt uns das Traumtagebuch von Andreas Schwarz, das speziell für luzide Träume entwickelt wurde.

Neben ausreichend Platz für strukturierte Traumeinträge versorgt es Dich mit hilfreichen Tipps und Infos rund um Klarträume und Traumdeutung.

Und Du erhältst mit dem Buch sogar einen LED-Kugelschreiber, sodass du Deine Traumerinnerungen direkt im Dunkeln notieren kannst, ohne extra das Licht anschalten zu müssen.

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Ob einfacher Notizblock oder spezielles Traumtagebuch – wichtig ist, dass Du für Deine Traumnotizen wirklich mit Stift und Papier arbeitest und nicht etwa auf Dein Smartphone oder einen sonstigen Bildschirm zurückgreifst.

Denn die blauen Lichtwellen der meisten digitalen Geräte und Bildschirme unterdrücken laut Studienerkenntnissen unseren körpereigenen Spiegel des Schlafhormons Melatonin.

So wirkt sich das blaue Licht auch auf Deinen Schlafzyklus aus und sorgt wahrscheinlich dafür, dass Du nach Deiner kurzen Wachperiode nicht mehr so einfach den Weg zurück ins Land der Träume findest.

Wake-initiated lucid dreaming (WILD)

Im Gegensatz zum Klarheit gewinnenden DILD-Ansatz gilt die WILD-Methode als Klarheit bewahrend.

Hier verfolgst Du also das Ziel, Dir schon im Wachzustand bewusst zu sein, gleich zu träumen, und dann tatsächlich mit dem Träumen zu beginnen, ohne zwischendurch Deine Klarheit zu verlieren.

Ein Forschungsteam rund um den Sportwissenschaftler Daniel Erlacher fand hierfür aber eher weniger überzeugende Erkenntnisse.

Außerdem wird dieser Ansatz mit häufigerem Einsetzen unerwünschter Schlafparalyse in Verbindung gebracht.

Meditation und Hypnose

Auch Meditations- und Hypnosetechniken gelten als vielversprechender Ansatz, um luzide Träume einzuleiten.

Das liegt unter anderem daran, dass beide Techniken darauf abzielen, körperliche und mentale Entspannung bei simultaner Bewusstseinsklarheit zu erlangen.

Das sogenannte Traumyoga, eine Variation des luziden Träumens, hat zudem schon eine lange Historie im Buddhismus sowie innerhalb der tibetischen Bön-Religion.

Traumforscher konnten in einer Studie eine signifikante Korrelation zwischen der Ausübung von Achtsamkeits-Meditation und regelmäßigem Erleben von luziden Träumen feststellen. 🧘

Frau meditiert in Lotus-Position
Forscher haben einen Zusammenhang zwischen regelmäßiger Meditation und dem Erleben von luziden Träumen festgestellt. Foto: © Sleep Hero

Mit diesen einfachen Schritten kannst Du eine Meditation selbst ausprobieren:

  1. Suche Dir einen ruhigen Ort, an dem Du Dich wohlfühlst und Dich ungestört der Meditation widmen kannst.
  2. Nehme eine aufrechte Sitzposition mit geradem Oberkörper ein, um die nächsten Minuten frei atmen zu können.
  3. Atme ein paar Mal tief ein und aus und schließe Deine Augen.
  4. Konzentriere Dich jetzt für einen Zeitraum Deiner Wahl fest auf Deine Atmung oder Schritt für Schritt auf alle Deine körperlichen Empfindungen.
  5. Kommen Dir in der Zwischenzeit andere Gedanken in den Sinn, lässt Du sie wie die Wolken am Himmel wieder weiterziehen, ohne Dich tiefergehend mit ihnen zu beschäftigen.
  6. Zum Ende deiner Meditation kommst Du wieder in das Hier und Jetzt zurück und richtest schrittweise mehr und mehr Aufmerksamkeit auf Deine Umwelt und Hintergrundgeräusche, bevor Du langsam die Augen öffnest.

Unser Tipp: Um auch über einen längeren Zeitraum gemütlich in der Meditationshaltung zu verbleiben, eignen sich spezielle Meditationskissen ganz besonders gut!

Unser Top-Favorit unter den Meditationskissen

So erkennst Du einen Klartraum: Verschiedene Realitätschecks

Wir haben bereits gelernt, dass Klarheit gewinnende Techniken ein probater Ansatz sein können, um einen luziden Traum einzuleiten.

Aber wie erkennt man, ob man sich gerade im Wachzustand oder in einer Traumrealität befindet? 🎭

Laut führenden Traumforschern sind sogenannte Realitätschecks eine gute Methode, sich kritisch mit dem eigenen Bewusstseinszustand auseinander zu setzen.

Nimmt man sich bereits im Wachzustand einen bestimmten Realitätscheck vor und studiert diesen ein, erhöht man die Chance, diesen auch in der Traumwelt anwenden zu können.

In Christopher Nolans Blockbuster Inception – in dem luzide Träume eine zentrale Rolle spielen – nutzt Leonardo DiCaprio einen Kreisel, um seinen Bewusstseinszustand zu verifizieren. ✅

Kommt der Kreisel nach einer gewissen Zeit ins Trudeln und fällt schließlich aus dem Gleichgewicht, befindet er sich noch im Wachzustand.

Dreht sich der Kreisel aber unendlich weiter, befindet sich der Protagonist in einer Traumrealität.

Es gibt aber auch eine ganze Reihe weiterer Reality Checks, mit denen Du auch im Schlaf das Bewusstsein über Deinen Traumzustand erlangen kannst: 👇

Spiegel Siehst Du Dich selbst? Oder siehst Du ein verändertes Spiegelbild?
Finger und Handfläche Kannst Du Deinen Finger durch die Handfläche drücken?
Lesen Nimm die Augen weg vom Text und wieder zurück. Hat sich der Inhalt verändert?
Nase zuhalten Kannst Du trotz Nasenklemme immer noch atmen?
Tattoos Werfe einen Blick auf Deine Tätowierungen? Haben sie sich verändert?
Springen Springe in die Luft! Gilt die Schwerkraft oder gleitest Du sanft wie eine Feder?
Auf die Uhr schauen Schaue mehrmals auf die Uhr. Ergibt die Zeitangabe einen Sinn?

Für welche Techniken Du Dich auch entscheidest:

Du solltest die Realitätschecks Deiner Wahl im Wachzustand mehrmals am Tag durchführen, um auch in Deiner Traumrealität darauf zugreifen zu können.

Sind luzide Träume gefährlich? Die Nachteile und Risiken

So fantastisch die Vorstellung auch sein mag, unsere eigenen Träume nach Belieben selbst gestalten zu können:

Viele Menschen stellen sich verständlicherweise die Frage, ob die Kontrolle über unsere Träume nicht auch Gefahren mit sich bringt.

Ist es vielleicht sogar riskant für unsere körperliche und mentale Gesundheit, uns in Klarträumen bewusst auf dem schmalen Grat zwischen Realität und Fantasie hin- und herzubewegen?

Auch wenn langfristige Risiken und Effekte in Verbindung mit Klarträumen noch nicht intensiv erforscht wurden, ist der grundlegende Tenor der Klartraumforschung:

Normalerweise sind luzide Träume für gesunde Menschen nicht gefährlich, auch wenn vereinzelt schon negative Folgen auftreten können.

Menschen, die regelmäßig mit Schlafstörungen oder psychischen Problemen wie Depressionen zu kämpfen haben, sind Klarträume ohne professionelle Beobachtung nicht ohne Weiteres zu empfehlen.

Denn gerade die ersten Klartraum-Versuche können die Gesamtdauer des Nachtschlafs reduzieren.

Schlafmangel dagegen wirkt sich negativ auf depressive Symptome aus und kann gerade Angstzustände noch weiter verstärken. 😖

Auch können Versuche, in einen Klartraum zu gelangen, auch manchmal eine Schlafparalyse auslösen - gerade in der Anfangszeit.

Mann ist schlaflos und schaut aus dem Fenster
Da das Trainieren luzider Träume den Nachtschlaf verkürzen kann, sollten Menschen mit Schlafstörungen das Thema nur unter ärztlicher Aufsicht angehen. Foto: © Sleep Hero

Das ist eine Form einer Schlafstörung, bei der die gewöhnliche Lähmung der Skelettmuskulatur während des REM-Schlafs vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen kurzzeitig auch im Wachzustand anhält.

Auch sind Fälle bekannt, in denen luzide Träume bei Menschen mit psychischen Störungen zum Erleben von Derealisation oder Dissoziation geführt haben.

Damit sind Schwierigkeiten im Umgang mit dem Ich-Bewusstsein und der Trennung von Realität und Traumszenario auch im Wachzustand gemeint.

Du willst mehr erfahren? Buch-Tipps und sonstige Hilfsmittel

Die Klartraumforschung ist ein wissenschaftlicher Bereich, der auch bis heute noch relativ wenig ergründet ist.

Trotzdem sind bereits eine ganze Reihe wegweisender Forschungsarbeiten und Ratgeber führender Psychologen und Traumforscher erhältlich.

Hier bieten wir Dir eine kleine Übersicht besonders lehrreicher und eindrucksvoller Bücher, mit denen Du selbst zum Klartraum-Experten werden kannst.

Unsere Buch-Empfehlungen zu luziden Träumen

Unser Fazit: Kann man bestimmen, was man träumt?

Natürlich sollte jedem klar sein, dass das luzide Träumen nicht einfach so per Knopfdruck funktioniert.

Wer versuchen möchte, aktiv einen Klartraum einzuleiten, muss mentale Vorbereitungen treffen und womöglich auch eine ganze Weile üben.

Trotzdem:

Der aktuelle Stand der Wissenschaft deutet darauf hin, dass auch absolute Novizen relativ einfach und ohne Probleme erste Erfahrungen mit luziden Träumen sammeln können.

Es gibt durchaus auch Menschen, die mit luziden Träumen schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Wer mit Schlafstörungen oder psychischen Störungen zu kämpfen hat, sollte das Thema luzide Träume - zumindest ohne professionelle Betreuung - besser vermeiden.

Gleichzeitig finden Klarträume aber unter anderem im Sport und auch in der Psychotherapie vielversprechende Anwendungsgebiete. 🤺

Und für gesunde Menschen bieten sie auch darüber hinaus einen interessanten Weg, mit dem eigenen Bewusstsein herumzuexperimentieren und sich so noch ein Stück weit besser kennenzulernen.

Wir finden, es ist den Versuch wert! 😊

Noch mehr zum Thema

  • Wie kann ich luzide träumen?


    Es gibt verschiedene Methoden und Ansätze, die Dir das Einleiten eines luziden Traums erleichtern können.

    Als besonders effektiv hat sich die MILD-Methode des Traumforschers Stephen LaBerge in Kombination mit der WBTB-Methode (wake-back-to-bed) herausgestellt.

  • Ist ein Klartraum gefährlich?


    Grundsätzlich kann luzides Träumen nicht als gefährlich angesehen werden. 

    Trotzdem kann es auch einige Nebenwirkungen und negative Folgen mit sich bringen. 

    Menschen, die unter Schlafstörungen leiden oder mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, sollten sich nur unter ärztlicher oder psychologischer Betreuung am Klarträumen versuchen.

  • Wann ist ein luzider Traum am wahrscheinlichsten?


    Die Wahrscheinlichkeit, einen luziden Traum zu erleben, ist während der zweiten Hälfte des Nachtschlafs am höchsten. 

    Denn mit jedem weiteren Schlafzyklus (normalerweise rund 90 Minuten) verringert sich der Tiefschlaf und erhöht sich gleichzeitig der REM-Schlaf.

    In der REM-Phase findet der überwiegende Großteil unserer Träume statt. 

  • Ist luzides Träumen wissenschaftlich bewiesen?


    Ja, Klarträume konnten bereits in einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Studien belegt werden. 

    Besonders wegweisend sind die Erkenntnisse von führenden Klartraumforschern wie Paul Tholey und Stephen LaBerge.

Julian

Ausreichend Schlaf zu finden, ist für mich nicht selbstverständlich, denn wie für so viele Menschen in Deutschland sind auch für mich Schlafprobleme ein bestimmendes Thema. Gerade deshalb ist es mir wichtig, allen Ansätzen für einen gesunden Schlaf auf den Grund zu gehen und die wichtigsten Infos, Tipps und Inspirationen mit Dir zu teilen.

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